07.05.2008 - Update "Stuhlinkontinenz"
Eine Stuhlinkontinenz ist eine überaus belastende Situation für die betroffenen Patienten und schränkt die Lebensqualität signifikant ein. Umso wichtiger ist es, die genaue Ursache der Inkontinenz und deren verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu kennen. Einen umfassenden Überblick zum Thema geben in diesem Zusammenhang Wissenschaftler der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Ludwigsburg, in einem kürzlich veröffentlichten Zeitschriftartikel. So sei es den Experten nach zuerst einmal notwendig zu erkennen, wie groß die morphologischen Defizite im Sphinkterapparat tatsächlich sind. Dabei sollten auch neurologische Läsionen und/oder funktionelle Störungen in die Überlegungen mit eingeschlossen werden. Neben häufig sehr effektiven konservativen Behandlungsmöglichkeiten der Stuhlinkontinenz gebe es therapeutisch verschiedene invasive Methoden So kommen den Wissenschaftlern zufolge bei Verletzungen des M. sphincter ani vor allem klassische Sphinkterrekonstruktionen zum Einsatz. Ersatzverfahren, wie die dynamische Grazilisplastik oder der artifizielle Anorektalsphinkter, bleiben hingegen die Domäne der Behandlung großer Muskeldefekte. Darüber stehe in bestimmten Fällen noch die so genannte Sakralnervenstimulation therapeutisch zur Verfügung und auch ein korrekt angelegtes Enterostoma habe nach wie vor einen hohen Stellenwert. Über die Effektivität und Sicherheit neuerer Behandlungsmethoden, wie die Injektionstherapie, könne derzeit noch keine Aussage getroffen werden, so die Autoren.

Abstract aus Der Chirurg 2008, Online first, DOI 10.1007/s00104-008-1492-z

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