Die transurethrale autologe Myoblasten-Injektion ist offensichtlich eine effektive und sichere Methode zur Behandlung der strukturellen Harn- inkontinenz bei Kindern mit klassischer Blasenekstrophie. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Pediatric Urology Research Center, Department of Urology, Children's Hospital Medical Center and Digestive Disease Research Center, Shariati Hospital (AM), Tehran University of Medical Sciences, Tehran, Iran, aufgrund einer Studie mit 8 betroffenen Kindern. Bei allen Patienten (7 Jungen und 1 Mädchen) wurde die Harnblase schrittweise operativ wieder hergestellt und und eine Blasenhalsrekonstruktion durchgeführt. 5 Kinder erhielten zusätzlich 1 bis 3 transurethrale Injektionen mit einem auflockernden Wirkstoff. Daraufhin erfolgte die endourethrale Injektion von autologen Myoblasten, die zuvor aus einer abdominalen Muskelbiopsie isoliert und kultiviert worden waren. Nach diesem Eingriff wurde eine elektrische Beckenbodenstimulation durchgeführt und das bereits 1 Jahr vor der Operation begonnene Beckenbodentraining fortgesetzt. Die weitere Beobachtungszeit lag zwischen 12 und 18 Monaten. Ausgewertet wurden insbesondere die 24-Stunden-Miktionstagebücher der Patienten sowie zystometrische und urodynamische Untersuchungen. Insgesamt zeigte sich bei allen Patienten eine deutliche zeitabhängige Verbesserung der Harninkonti- nenz. Nach Ende der Beobachtungszeit waren alle 7 Jungen (88% der Patienten) tagsüber länger als 3 Stunden, 3 von ihnen (38%) sogar vollkommen trocken. Die urodynamischen Untersuchungen zeigten bei allen Patienten eine deutliche Zunahme der Harnblasenkapazität, des Schließmuskeldrucks und des durchschnittlichen maximalen Urinflusses. Alle 7 Buben wiesen schließlich eine normale Harnblasenentleerung mit nachweisbar entleerender Detrusorkontraktion auf. Diese Studien- ergebnisse zeigen, dass Kinder mit einer Inkontinenz bei Harnblasen- ekstrophie erfolgreich mittels transurethraler autologer Myoblasten-Injektion behandelt werden können, so die Autoren. Dennoch tragen den Experten nach ein günstiger präoperativer urodynamischer Status und die postoperative elektrische Beckenbodenstimulation entscheidend dazu bei, die Behandlungsergebnisse zu verbessern.
Abstract aus The Journal of Urology 2008, Vol. 180 (3), pp. 1098-1105
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