03.04.2009 - Topisches Oxybutynin-Gel bei überaktiver Blase effektiv und sicher
Die Symptome der Harninkontinenz bei Überaktivität der Blase lassen sich durch die topische Anwendung von Oxybutynin-Gel deutlich verbes- sern. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich publizierte randomisierte, plazebokontrollierte Doppelblindstudie (OG05009) des Caritas-St. Elizabeth's Medical Center, Tufts University Medical Center (DRS), Boston, Massachusetts, USA, mit 789 Patienten mit Dranginkontinenz bei überakti- ver Blase. Das durchschnittliche Alter der 704 Frauen und 65 Männer lag bei 59 Jahren. 389 Patienten erhielten 12 Wochen lang 1x täglich 1 mg Oxybutynin-Gel zur topischen Anwendung, die übrigen 400 Unter- suchungsteilnehmer wurden in derselben Zeit mit Plazebo behandelt. Die Auswertung der gesammelten Studiendaten ergab, dass in der Oxybutynin-Gruppe die Anzahl der Inkontinenz-Episoden durch die Gel-Behandlung mehr abgenommen hatte als in der Plazebogruppe (-3,0 Episoden pro Tag vs. -2,5 Episoden pro Tag.) Insgesamt verringerte sich auch die Häufigkeit des Wasserlassens in der Verumgruppe deutlich mehr als bei den anderen Patienten und das jeweils ausgeschiedene Urinvolumen nahm gleichzeitig signifikant zu. Eine therapiebedingte Mundtrockenheit war in der Oxybutynin-Gruppe häufiger zu beobachten als in der Plazebogruppe. So klagten 27 der 389 Patienten, die mit dem Gel behandelt wurden, über einen trockenen Mund, jedoch nur 11 der 400 Patienten, die Plazebo erhalten hatten. Lokale applikationsbedingte Reaktionen traten unregelmäßig, aber selten in beiden Gruppen auf (5,4% in der Oxybutynin-Gruppe und 1,0% in der Plazebogruppe). Schwer- wiegendere Nebenwirkungen der Therapie wurden nicht festgestellt. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist topisches Oxybutynin-Gel bei überaktiver Blase effektiv und wird von den Patienten insgesamt gut vertragen.

Abstract aus The Journal of Urology 2009, Feb 20. [Epub ahead of print]

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