16.09.2009 - Wie effektiv ist Beckenbodentraining bei weiblicher Harninkontinenz?
Intensive Beckenbodenübungen über einen Mindestzeitraum von 8 Wochen können bei Frauen mit einer Harninkontinenz zu einer Zunahme der Muskelkraft der Beckenbodenmuskulatur, zu einer besseren Lebensqualität sowie einer Verringerung der Anzahl der Inkontinenz-Episoden führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Ege University Izmir Ataturk School of Health, Izmir, Türkei, mit 41 Frauen mit einer Stress- oder Mischinkontinenz. Für ihre Untersuchung teilten die Forscher die Patientinnen in 2 Gruppen ein. Die Frauen der Gruppe 1, die im durchschnittlichen Alter von 41.82 +/- 8.65 waren, führten 8 Wochen lang 3x täglich ein intensives Beckenbodentraining unter fachgerechter Anleitung durch. Darüber hinaus telefonierten sie 1x wöchentlich zur Stärkung ihrer Motivation mit den behandelnden Ärzten und Studienbetreuern. Die Patientinnen der zweiten Gruppe im Alter von durchschnittlich 44.64 +/- 6.90 Jahren führten keinerlei Übungen durch und hatten während der gesamten Studienzeit auch keinen Kontakt zu den Studienleitern. Insgesamt 34 Frauen beendeten die Untersuchung. Nach 8 Wochen zeigte sich, dass die Patientinnen der Trainingsgruppe deutlich bessere Ergebnisse im 1-Stunden-Vorlagentest aufwiesen als die Frauen der Kontrollgruppe. Darüber hinaus waren die Inkontinenzepisoden durch das Training deutlich seltener geworden, die Muskelkraft der Beckenbodenmuskulatur hatte zugenommen und auch die Lebensqualität der Frauen aus Gruppe 1 war gestiegen. Diese Studienergebnisse zeigen, dass ein kontinuierliches Beckenbodentraining bei weiblicher Harninkontinenz eine effektive Behandlungsmethode ist, so die Autoren.

Abstract aus J Wound Ostomy Continence Nurs 2009, Vol. 36(4), pp. 429-35

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