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25.06.2010
Botulinumtoxin A bei nichtneurogener überaktiver Blase effektiv und sicher >>
Intermittierender Katheterismus
Was versteht man unter „Intermittierendem Katheterismus (IK)“?
Der Begriff „Intermittierender Katheterismus” steht für das Entleeren der Harnblase mittels eines sterilen Einmalkatheters in regelmäßigen Intervallen (ca. 1- bis 6-mal täglich). Unterschieden wird zwischen:
  • Intermittierender Selbstkatheterismus = ISK (der oder die Betroffene können sich selbst katheterisieren) oder
  • Intermittierender Fremdkatheterismus = IFK (hierbei wird der Katheterismus von einer anderen Person durchgeführt).

Der intermittierende Katheterismus ist eine Therapie, die vom Arzt empfohlen und verordnet werden muss.

Der korrekte Umgang mit den Materialien und die Durchführung des Katheterismus ist ein weiterer Punkt, der im Vorfeld geschult werden muss. Diese Aufgabe übernimmt der behandelnde Arzt oder entsprechend ausgebildetes pflegerisches Fachpersonal. Die Durchführung des IK erfolgt unter Wahrung „aseptischer“ Gesichtspunkte (Keimfreiheit/Keimreduzierung), um Infektionen oder Kontaminationen vorzubeugen.

Wann und warum ist der intermittierende Katheterismus empfehlenswert?
Der intermittierende Katheterismus gilt als eine effektive und sichere Methode, die Betroffenen ein hohes Maß an Unabhängigkeit und individueller Versorgung bietet. Damit kann die Lebensqualität erheblich gesteigert werden. Insbesondere bei neurogenen Blasenfunktionsstörungen, wie z. B. Querschnittlähmung, Spina bifida oder Multiple Sklerose, hat sich der IK in den vergangenen Jahren zur Therapie der ersten Wahl entwickelt.

In einem gemeinsamen Gespräch mit dem behandelnden Arzt wird unter Berücksichtigung des Krankheitsbildes entschieden, ob der intermittierende Katheterismus eine geeignete Therapie darstellt.
Dabei wird die Blase in regelmäßigen Abständen unter Zuhilfenahme eines Einmalkatheters entleert. Zwischen den einzelnen Blasenentleerungen besteht eine Kontinenz, die unter Umständen einen Einsatz eines weiteren Hilfsmittels notwendig macht.

Die so erlangte Unabhängigkeit gewährt Sicherheit und Freiräume für eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Wie wird der intermittierende Katheterismus bei Kindern durchgeführt?
Kinder mit neurogenen Blasenfunktionsstörungen können schon im Säuglingsalter katheterisiert werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird der intermittierende Fremdkatheterismus (IFK) von den Eltern oder einem professionellen Pflegedienst durchgeführt. Selbstverständlich werden auch hier die Prinzipien des aseptischen Katheterismus beachtet und angewendet. Die betroffenen Eltern sollten sich die Vorgehensweise von einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft erklären und zeigen lassen. Bei einer guten und gewissenhaften Einweisung werden Eltern in der Lage sein, den Katheterismus beim eigenen Kind selbst durchzuführen. Ab welchem Zeitpunkt ein Kind den Katheterismus selbst erlernen und durchführen kann, hängt von der Entwicklung und dem Alter ab. Bei Säuglingen und Kleinkindern werden extra dünne Katheter (6–8 Charrière) eingesetzt.

Applikation von Medikamenten in die Blase
Bestimmte Erkrankungen machen eine Applikation von Medikamenten in die Blase erforderlich (sogenannte intravesikale Instillation). Über den Zugang eines Luer-Lock-Anschlusses kann eine Applikation sicher vorgenommen werden. Auf diese Art werden entsprechende Medikamente direkt an den Wirkungsort gebracht und somit der Weg über den Magen-Darm-Trakt vermieden. Bevor das Medikament mittels einer Injektionsspritze mit Luer-Lock-Ansatz in die Blase gespritzt wird, muss zuvor eine Blasenentleerung stattfinden. Ist die Blase komplett entleert, wird die Spritze auf den Katheter aufgesetzt und das Medikament vorsichtig durch den Katheter in die Blase appliziert. Anschließend wird der Einmalkatheter mit aufgesetzter Spritze aus der Harnröhre entfernt und entsorgt. Die Applikation darf ausschließlich vom Arzt oder Fachpersonal vorgenommen werden.

Welche Katheter und Materialien werden für den ISK benötigt?

  • Händereinigungsmittel (z. B. Softaskin®) (Vor der Durchführung des ISK ist eine Reinigung und anschließende Desinfektion der Hände erforderlich.)
  • Händedesinfektionsmittel (z. B. Softa-Man®)
  • Schleimhautreinigungs- und Dekontaminationsmittel (z. B. Prontosan® C)
  • Tupfer oder Mullkompresse (z. B. Askina® Mullkompressen)
  • Gebrauchsfertige Einmalkatheter (z. B. Actreen® Glys)

Mögliche Komplikationen beim intermittierenden Katheterismus
Trotz eines gewissenhaften und hygienischen Arbeitens können beim intermittierenden Katheterismus Komplikationen auftreten. Eine der häufigsten Komplikationen aus urologischer Sicht ist der Harnwegsinfekt. Daneben kann es auch zu Blutausscheidungen im Urin, Blutungen aus der Harnröhre und Schwierigkeiten beim Einführen des Katheters kommen. Bei diesen oder ähnlichen Symptomen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, um geeignete Maßnahmen oder Therapien einzuleiten.

Weitere Informationen zum Produktprogramm Einmalkatheterversorgung >>

Bestellmöglichkeit CD-ROM Actreen®

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